Der Blick von 38F
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Mo, 2. März 2009 |
Mein Platz ist 38F. Die letzte Reihe in der Boeing 767 von Amsterdam nach Nairobi. Der Blick ist gut, denn ich habe das ganze Flugzeug vor mir. Aber als überzeugter Fenster-Flieger kann mich die Situation doch nicht zufrieden stellen: Ich sehe schwarze Wolken von oben, also nichts. Denn es ist Nacht. Unten liegen geduldig acht Koffer mit 180 kg Inhalt im Gepäckraum und schweben längs des Nils. Oben schlafe ich erstaunlich gut, dann die letzten Tage waren anstrengend.
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Schließlich lohnt sich 38F doch noch: Beim Anflug auf Nairobi gibt das Morgenlicht diesen unvergleichlichen Blick auf einen uralten Vulkankrater im großen afrikanischen Grabenbruch frei.
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"Wer das Ziel kennt, scheut auch schlechte Straßen nicht."
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Di, 3. März 2009 |
Denn davon finden wir genug: schlechte Straßen. Die Ankunft in der "Perle von Afrika" auf dem Entebbe International Airport lässt den Eindruck entstehen, dass sich Uganda ein modernes Gesicht zugelegt hat.
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Aber schon auf der anderen Seite des Gebäudes sieht die Welt schon anders aus.
Ich frage mich, wer hier eigentlich einkauft, wenn jeder nur verkaufen will: Zwiebeln, Auspufftöpfe (gebraucht), große Steine, sehr große Steine, Betten, Antennen, Bananen, alles auf der Straße. Vielleicht der Grund für die aktuelle Weltwirtschaftskrise?
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Dank eines Straßenbauprojektes wird Nord-Uganda besser mit dem Süden verbunden ("Eine Idee unseres Präsidenten!", wie unser Fahrer überzeugt ist).
Das erheitert jedenfalls die Affen.
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Und schließlich sind wir in Lira. 6 Stunden für 400 km - naja, das Straßenbauprojekt ist nicht ganz durchgedrungen (Oder hat sich der Präsident neuen Ideen zugewandt?).
Hier das Neubaugebiet vor unserer Unterkunft (die zugegebenermaßen weit besser aussieht als diese Neubauten). Die Einsamkeik des Bildes täuscht: überall sind Menschen, auf Schritt und Tritt ruft jemand "Muzungu, how are you!". Dann ging die Sonne unter, mehr Fotos von Lira gibt es also erst morgen.
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eye eye eye
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Mi, 4. März 2009 |
Heute starten die "special eye days", auf die Lira seit Monaten hinfiebert. Naja, wahrscheinlich fiebern eher wir und vor allem Harald, unser Optiker, den wir gleich im Einsatz sehen werden.
Hier das Bild von der Lira-Klinik. Nein, nicht die Bauruine, sondern das flache Gebäude mit dem roten Dach. Wurde im November eingeweit - aus deutschen Spendengeldern. Danke dafür von jährlich 50.000 Patienten1
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Aus der Nähe sieht das wesentlich afrikanischer aus. Die meisten Gebäude sind sehr einfach. Die Angehörigen kochen und waschen für die Patienten - hier der tägliche große Waschtag. Vielleicht ein Vorschlag fürs nächste deutsche Gesundheitsreformpaket?
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Und jetzt endlich: Harald, the worlds most famous Optiker, im Einsatz. Carmen schaut wissbegierig zu und versucht, es professionell nachzumachen, kann aber den Grauen Star leider nicht erkennen. |

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Mit deutsche Gründlichkeit haben wir unsere moderne Ausrüstung übersichtlich angeordnet. |

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Nun noch ein paar Fotos von unserer Unterkunft - man erinnere sich an gestern. In mitten der grünen Insel wohnen wir.
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Falls man es schafft, die Hecke und den Zaun zu überwinden, wartet Prince mit unersättlichem Hunger auf Diebe und Räuber.
Wir dagegen werden mit proteinreiche Nahrung, falls es uns gelingt, sie zu erlegen ...
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... lecker, lecker ...
Ich traf sie morgens auf meinem Handtuch an.
Leider war ich bei der Jagd dieser fetten Kakerlake nicht erfolgreich und so mussten wir an diesem Tag hungern.
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Afrika wartet
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Do, 5. März 2009 |
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Morgen früh werde ich für drei Tage Lira verlassen - doch davon ab Sonntag mehr. Bis dahin schauen wir uns die Lira-Klinik an, das Zentrum unserer Uganda-Reise.
Wenn man durch Lira fährt (Frage lieber nicht nach der Einwohnerzahl, die weiß niemand, aber die Liraner bezeichnen sich gerne als Stadt!), dann sieht man alle 100 m ein Schild mit der Aufschrift "Clinic" oder "Health Center". Warum gründet und betreibt ein engagiertes deutsches Ehepaar seit 15 Jahren eine Klinik, die fast ausschließlich von christlichen deutschen Gemeinden finanziert wird?
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Antwort: Die "Clinic" an der Straßenecke dient als Nebeneinnahme Bereicherung von lokalen Politikern - entsprechend hoch sind die Preise. Keine Chance für die arme Bevölkerung vom Land.
Aber für diese Patienten ist die Lira-Klinik da: hochwertige Behandlung für ganz geringe Kosten oder auch umsonst.
So ist auch die Einrichtung: die Angehörigen versorgen ihre kranken Familienmitglieder. Deshalb rückt nicht selten die ganze Sippe an und muss tagelang auf dem Klinik-Gelände untergebracht werden. Und kocht und wäscht und schwätzt ... und wartet. Afrika wartet, wie eigentlich ständig.
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Hier warten die Patienten im Innenhof, bis sie drankommen. Unsere Brillenpatienten sitzen um 8 Uhr morgens hier und warten, und wenn es gut geht, kommen sie bis zum Abend dran. Wenn nicht, dann kommen sie am nächsten Tag wieder und warten weiter ... No problem in Africa - hier gibt es viel Zeit. |

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Die Mütter warten mit ihren Kleinen vor der Kinderklinik. Und wie man sieht, freuen sie sich sehr über Dr. Priscilla. Diese Dame hat die Klinik aufgebaut und hat inzwischen die Leitung über 80 afrikanische Mitarbeiter. |

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Neue Kinderbetten, frisch geschweißt und bemalt, warten auf ihren Einsatz in der Kinderklinik. Das Material für die Betten haben unter anderem fleißige Royal Rangers mit einem Sponsorenlauf gesammelt. Hier ist der Lohn der Mühe ...
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Und schließlich wartet der Gecko über meinem Bett auf Beute.
Und wer weiterlesen will, muss bis Sonntag warten. Dann komme ich hoffentlich wieder zurück aus einem Gebiet, das keinen Strom, keine festen Straßen und erst recht kein Internet kennt ...
Gewartet habe ich an diesem Tag vergeblich auf funktionierendes Internet. Stromausfall von Donnerstag bis Samstag - Afrika halt ...
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Viel mehr als Brillen
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Fr - So, 6. - 8. März |
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Die Menschen in Lira freuen sich über ihre neuen Brillen. Aber Brillen gehen kaputt, verkratzen und werden wertlos.
Wichtiger als eine Brille ist es, eine starke, motivierende Perspektive für die Zukunft zu bekommen. In einem Kontinent, der ständig von Kriegen, Terror und Armut beherrscht wird, brauchen die Menschen Hoffnung und ein Fundament, auf dem sie ihr Leben gestalten können. Die beste und stärkste Botschaft für Afrika (genauso wie für Europa) ist das Evangelium von Jesus Christus.
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"Gott liebt dich!" - was für ein Satz in einem Land, in dem jede Frau sieben Kinder zur Welt bringt und der Einzelne kaum etwas wert ist.
"Gott hat einen Plan für dich und will dein Leben verändern." - Das wollen Menschen wissen, die in Schmutz und Krankheit geboren und genauso sterben werden, wenn kein Wunder geschieht.
"Gott kann dich beschützen." - Wie beruhigend in Uganda, wo zunehmend wieder Menschenopfer gebracht werden: kleine Kinder entführt, geschlachtet, zerstückelt und den Geistern dargebracht, um Glück oder Erfolg zu erkaufen. Nicht irgendwo, sondern auch hier in Lira.
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Es macht Hoffnung, wenn unsere afrikanischen Freunde erzählen, wie sie Gott erlebt haben, als sie begannen, an Jesus zu glauben und wie sich dann ihr Leben verändert hat.
Wie Alkoholiker frei wurden, wie Unzuverlässige mit regelmäßiger Arbeit ihre Familie versorgen konnten.
Wie Feinde einander vergeben haben und jetzt einander vertrauen und Frieden herrscht.
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Es ist eine lange Fahrt auf schlechter Lehmstraße durch das eintönige Buschland bis zu den Bergen der Karamojong. Die Angehörigen von diesem Volksstamm waren noch bis vor zwei Jahren ständig mit der Kalaschnikow unterwegs und haben jeden Fremden erschossen, wenn sie gerade Lust dazu hatten. Inzwischen wurden sie weitgehend entwaffnet und das Leben an der Grenze zu Karamoja ist ein wenig sicherer. Dorthin, in das kleine Dorf Morulem, fahren wir. Da gibt es natürlich weder Strom noch Wasserleitungen - aber Handy-Netz.
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Die Christen der dortigen Gemeinde erwarten uns mit großer Freude und Jubel. Seit zwei Tagen beten und singen sie. Unser Besuch ist ein besonderes Ereignis.
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Am späten Nachmittag sind wir in einem Dorf zwischen den Bergen. Der Dorfvorsteher begrüßt uns freundlich. Wir singen (vor allem die Afrikaner laut und mit vollem Einsatz) und erzählen von Jesus und von der Liebe und der Hoffnung, die Gott für sie hat. Die Dorfbewohner sind begierig und hören gerne und ausdauernd zu. Drei Stunden vergehen schnell.
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Es wird dunkel. Auf dem Dorfplatz zeigen wir biblische Filme. Mehrere hundert Zuschauer sind gekommen. Und als der kleine David den bösen Riesen Goliath besiegt, sind die Afrikaner lauter und begeisterter, als wenn Deutschland die Fußball-WM gewinnt. Man spürt: Dies beschreibt ihre Situation.
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Am Sonntag ist Gottesdienst unter dem großen Baum in der Dorfmitte. Drei oder vier Stunden Dauer sind kein Problem, weil ansonsten den ganzen Tag über nichts geboten ist. Dem Prediger läuft ab und zu ein Huhn oder ein Schwein über die Füße, aber das stört hier niemanden.
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Ein Tag im Busch
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Fr - So, 6. - 8. März
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Es ist eine ruhige Nacht in der kleinen, strohgedeckten Hütte in Morulem. Allerdings hat man mir dringend abgeraten, nachts auf die Toilette zu gehen. Im Dunkeln sind oft Diebe unterwegs und wer in die Quere kommt, wird ohne Fragen erschossen oder erstochen. Also bin ich nachts im Schutz meiner Hütte geblieben.
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Doch morgens weckt mich lautes afrikanisches Singen in der Dämmerung. Sind es die Schulkinder, die schon vorbei laufen? Oder die Gläubigen, die sich in dem kleinen Kirchengebäude zum Gebet treffen? Oder die Frauen, die das Feuer in der "Küche" machen? Wahrscheinlich alle miteinander.
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Der Tag beginnt langsam. Die Afrikaner putzen ihre Zähne mit fasrigen Stöckchen. Mir wird ein "Bad" angeboten, das ich verschwitzt und staubig, gerne nutze. Der Ort ist nicht sehr komfortabel, aber sichtgeschützt und wird deshalb, wenn niemand badet, auch als Pissoir genutzt. Im Abwasser wälzt sich eine Sau.
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Doch, es gibt auch eine Toilette für das "größere Geschäft", in einer üblichen Strohhütte. Es ist dort so dunkel, dass ich beim ersten Mal fast in das Loch getreten hätte. Dann habe ich eine Taschenlampe mitgenommen. Der Ort ist erstaunlich belebt. Neben vielen Fliegen und Kakerlaken habe ich auch einen Skorpion gesehen. Selbst Fledermäuse würden sich hier gerne aufhalten. Ich bin gerne wieder rausgegangen.
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Gegen später gibt es Essen: ein großer Topf mit Reis und ein zweiter Topf mit Ziegenfleisch. Es gibt wohl kein Körperteil der Ziege, das in diesem Topf nicht zu finden wäre - und so riecht und schmeckt es auch. Die Küchenchefin kniet vor jedem nieder und gießt Wasser über die Hände zum Waschen. Dann betet sie, was kein Fehler ist. Ich suche die einigermaßen ansehnlichen Teile im Topf. Zwischen Knorpeln und Knochensplittern findet sich vereinzelt zähes Fleisch. Die Ziege war wohl von der älteren Generation. Gegessen wird natürlich mit den Händen.
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Die Männer im Dorf sitzen den ganzen Tag hier und dort im Schatten und reden. Es ist noch Trockenzeit und es gibt nicht viel zu tun. Zur Arbeit außerhalb geht niemand. Die Frauen haben natürlich dauernd in der Küche zu tun. So würde der Tag ohne größere Aktivitäten vergehen, wenn wir nicht mit Gottesdiensten und Einsätzen beschäftigt gewesen wären, wie bereits beschrieben wurde.
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Der Wert eines Menschenlebens
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Fr - So, 6. - 8. März
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Der Wert eines Menschenlebens ist in Afrika, und auch in Uganda, sehr gering. "Für den Afrikaner hört die Menschheit an der Grenze seiner Familie oder seines Stammes auf", erklärt mir Siegmar, der seit fast zwei Jahrzehnten in Uganda lebt. Deshalb ist es eigentlich keine schlimme Tat, jemanden vom anderen Stamm umzubringen.
In unserem Dorf Morulem war es bis vor zwei Jahren an der Tagesordnung, dass die benachbarten Karamojong über die Grenze kamen und wenn ihnen etwas gefiel, haben sie den Eigentümer erschossen und sich bedient. Da sie Rinderzüchter sind und alle Kühe mitnahmen, waren die Nachbarn gezungen, auf Schweine umzustellen, denn Schweine kann man nicht weit treiben. Jeder im Dorf kann Opfer aus seiner Familie aufzählen.
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Wir fahren an einer schönen Baumgruppe vorbei, die den einladenden Namen "Eden" hat. Dies war vor wenigen Jahren ein Lager der Rebellen aus dem Sudan. Unzählige Menschen wurden hier grausam ermordet. Das ist nicht lange her und wer heute hier lebt kann froh sein, überlebt zu haben.
"Ich kann überhaupt nicht verstehen, dass afrikanische Frauen nicht trauern, wenn ihr Baby bei der Geburt stirbt!", sagt uns eine junge Krankenschwester aus der Schweiz, die sechs Monate in der Lira-Klinik mitarbeitet. Aber wo sieben Geburten pro Frau normal sind, ist es auch normal, dass Kinder sterben. Das Leben muss weiter gehen und in einem Jahr kommt das nächste Baby ...
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Nach einem unserer Gottesdienste stellen die Besucher Fragen, nennen ihre Probleme und bitte um Gebet.
Der Ehemann einer Frau wurde von den Karamojong erschossen und nun will man ihr Land wegnehmen.
Eine Frau erzählt, ihr Sohn wollte sie mit dem Messer erstechen. Als er in das Haus ging, um die Tat zu begehen, kam etwas dazwischen und dadurch wurde ihr Leben gerettet.
Ein junger Mann erzählt: "Ich war im Busch. Da kamen zwei Männer mit Gewehr und wollten mich erschießen. Doch Gott gab mir Mut und Weisheit und ich sagte: In der Nähe sind Soldaten. Wenn ihr mich erschießt, werden sie das hören und euch suchen. Dann haben sie mich laufen lassen."
Ein Mann fragt: "Wenn jemand in meine Hütte kommt und mich umbringen will und ich habe einen Speer - darf ich mich als Christ wehren?"
Solche Probleme sind hier alltäglich.
Bedenken wir: Uganda ist nicht im Krieg, sondern gilt als Land mit Frieden. Wenn 30 Deutsche im Gottesdienst sind: Wie viele würden so etwas erzählen oder solche Fragen stellen?
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Die schönste Stadt der Welt
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Di, 10. März 2009 |
Wie erwähnt, nennt sich Lira "Stadt", sogar Distrikt-Hauptstadt.
Dass man in Afrika eine andere Vorstellung von einer Stadt hat, als in Europa, zeigen einige Bilder aus dem Stadtzentrum.
Trotzdem ist Siegmar der Meinung, Lira sei "Die schönste Stadt der Welt".
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Auf dem Kleidermarkt hat man gute Chancen, das bekannte Tuch wiederzufinden, das man eigenhändig in Deuschland in den Kleidersack gesteckt hat. Getragene Kleider aus allen Ländern und allen Mode-Stilen lassen sich hier günstig erworben.
Ich habe mich für ein "crazy shirt" aus Korea entschieden, für 2 Euro.
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Auf der Hauptstraße geht es manchmal eng zu: Fußgänger und Fahrradfahrer bestimmen das Bild. |

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Es empfiehlt sich, überall etwas langsamer zu gehen. Men at work haben wir allerdings eher selten gesehen.
Aber bei 38 Grad lässt man es gerne ruhig angehen.
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Die meisten Afrikaner tragen ihre Haare 1-3 mm lang. Da hat der Friseur zu tun ... |

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Kleider werden gerne auf der Straße nach Maß gefertig. Plagiate von Singer-Nähmaschinen sorgen für passgenauen Schnitt.
Mit den Preisen sind die Ugander erstaunlich aufrichtig. Handeln muss man selten und Trinkgeld kennen sie nicht und wollen es oft gar nicht nehmen.
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Es sieht nicht nur chaotisch aus, es ist chaotisch!
Aber dafür ist man flexibel und weder Unwetter noch regelmäßige Stromausfälle können das Leben in Afrika wirklich durcheinander bringen. Man wartet halt und irgendwann geht es weiter. Das stört hier niemanden.
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Unser Rekord war: vier Hühner links, vier Hühner rechts. Die sind natürlich (noch) lebendig! (falls sie beim Fahren den Kopf nicht zu oft zwischen die Speichen bringen).
Beliebt ist auch: Auf dem Gepäckständer ein Aktenkoffer und darauf ein lebendiges Huhn oder eine Ziege geschnallt.
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Holzkohle findet guten Absatz. |

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Kraut wird gerne gegessen. Wir hatten es jeden Tag.
Diese Frau singt. Die Ugander singen überhaupt sehr gerne und oft sehr fröhlich. Verglichen mit den harten Lebensumständen müssten die Deutschen viel fröhlicher sein - aber sie sind es nicht.
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Frischer Fisch - Uganda hat sehr viele Seen und Flüße.
Nach einem Tag ungekühlt bei subtropischer Hitze kann der Frische nicht mehr unbedingt vertraut werden.
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Neben Kraut sind Zwiebel hoch im Kurs. Der halbe Markt wird von Zwiebelständen beherrscht. |

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Wer etwas Geld hat, lässt sich gerne von einem Fahrrad-Taxi transportieren. |

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Und auch der Muzungu nutzt "Bora Bora" als günstige Transport-Möglichkeit und kurbelt damit die heimische Wirtschaft an. |

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Da staunt sogar die Echse. So weiße Gesichter hat sie wohl noch nie gesehen. |

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Puppen und Bibeln
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Do - So, 12.-15. März |
Gemeinden ganz im Norden, an der Grenze zum Sudan, erwarten uns. Wir bringen Puppen und Bibeln.
Hier die Gemeinde in Adjumani. Das Gebäude ist innen afrikanischer, als es von außen aussieht.
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Unser Team, Magde, Harald und Carmen, macht mit den Kindern Musik, dass die Wände wackeln. |

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Und dann kommt die Attraktion: Handpuppenspiel. Da leuchten die Augen! |

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"Mempo stepped on my nose! Huhuhuhu...." |

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Und im Freien jagt der böse Löwe eine Kuh. Das Fahrrad dient als Bühne. |

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Deutsche Lieder sind eine spannende Abwechslung für die Kinder. |

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Wir machen Kinderprogramm in Moyo. Bei einer Gemeinde mit 100 Erwachsenen schätzungsweise 200 - 300 Kinder. |

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Unterdessen lehrt Bernd lange und ausführlich über die Bibel. In englisch und dann in afrikanisch übersetzt. Aber bei 5 Stunden Gottesdienst kann man sich mit der Predigt viel Zeit lassen.
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Jetzt werden die ersehnten Bibeln verteilt. Es sind Übersetzungen in die Stammessprachen "Ma'di" und "Kuku".
Auch in Uganda gibt es nichts ohne Unterschrift, und wenn es nur der Daumenabdruck ist - denn der Spender will wissen, dass die Bibeln auch ankommen.
Ach so, wozu jemand eine Bibel braucht, der nicht mal unterschreiben kann? Der Enkel liest der Großmutter das wertvolle Buch vor.
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Die Küche ist wieder fleißig. Um 400 Leute zu versorgen, wird den ganzen Tag gekocht. |

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Murchison Falls National Park
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Mo, 16. März 2009 |
Sehr früh sind wir im "Murchison Falls National Park", dem größten Nationalpark Ugandas. |

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Antilopenarten gibt es zuhauf. Aber nur wenige sind so mutig wie diese hier. |

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Der Büffel, einer der "Big Five", der großen fünf Tiere Afrikas. |

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Sieht aus, als kommt er aus dem Lego-Kasten. |

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Der Nationalpark liegt am Nil. |

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Bei einer Schifffahrt auf dem Nil wir an diesem Elefanten-Freibad vorbeil. |

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Der Alte schaut erst mal wütend, dass wir beim Baden stören. |

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Dann verzieht er sich hochnäsig ins Gebüsch. |

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Das Krokodil rechts brütet sein Eier in einem Erdloch aus. Links wartet die Echse, dass Krokodil baden geht, um sich dann ein leckeres Ei zum Mittagessen zu holen. |

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Und schon naht die Chance für die Echse. Ob sie das Ei kriegt, oder ob es beim Krokodil eine Echse zum Mittagessen gibt? |

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Hippo schaut neugierig: Deutsche Touristen??? |

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Bei den Murchison Falls zwängt sich der breite Nil mit viel Getöse durch diese enge Felspforte. |

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